In unserem internen Ideen-Workshop im Mai haben wir uns die Frage gestellt, was zu einer tragfähigen Erziehungspartnerschaft gehört und wie wir sie bestmöglich gestalten können.
Klar wurde dabei:
Wenn Familien und Einrichtung an einem Strang ziehen und in Verbindung sind, profitieren alle davon, insbesondere die Kinder.
Oft sind es die kleinen Momente, die den feinen Unterschied machen:
Ein Elternteil erzählt z.B. bei der Übergabe, dass zuhause gerade viel los ist und die Nächte häufig zu kurz sind. Eine wertvolle Information, selbst ohne weitere Details. So kann das Team gleich noch feinfühliger und bewusster reagieren, wenn das Kind erschöpft oder angespannt wirkt.
Was Erziehungspartnerschaft stark macht
Kinder erleben ihren Alltag in zwei Welten: zu Hause und in der Einrichtung. Wenn diese beiden Welten miteinander sprechen, entsteht Vertrauen, für Kinder, Familien und das pädagogische Team gleichermaßen. In unserer Konzeption heißt es dazu treffend: „Gemeinsam begleiten die Familien und die pädagogischen Fachkräfte das Kind über einen Zeitraum von mehreren Jahren.“
Was eine gute Erziehungspartnerschaft ausmacht, ist nicht einfach mit technischen oder pädagogischen „Werkzeugen“ zu beschreiben. Es geht um ein echtes Interesse daran, was die andere Person beschäftigt und bewegt. Es geht um das Anerkennen und Wertschätzen unterschiedlicher Perspektiven und die gemeinsame Überzeugung, dass das Wohlergehen des Kindes im Mittelpunkt steht.
Zwei Expertisen – eine Partnerschaft
Ein Gedanke, der uns besonders gut gefällt: Beide Seiten bzw. beide „Partner“ bringen etwas Unverzichtbares mit und sind gleichermaßen wertvoll.

Dieses Bild der zwei Expertisen nimmt Druck von beiden Seiten. Familien müssen nicht alles über (früh-)kindliche Entwicklung wissen und das Team muss nicht alles über das Familienleben mit einem Kind wissen. Zusammen aber entsteht ein vollständiges Bild.
Erkenntnisse aus unserem Workshop und unserem Alltag
- Eine wertschätzende Willkommenskultur ist kostbar, vom ersten Tag bis zu den kleinen Momenten im Alltag.
- Unser Blick richtet sich auf das Positive. Wenn wir über die Entwicklung des Kindes sprechen, legen wir den Fokus auf Ressourcen und Möglichkeiten.
- Familien sind bei uns Teil des aktiven Alltags, von Mitmachaktionen über Eltern-Cafés und Feierlichkeiten bis hin zu gemeinsam geplanten Projekten.
- Wir pflegen eine vertrauensvolle Basis, die auch in herausfordernden Zeiten trägt.
- Das Finden einer gemeinsamen Sprache baut Brücken und öffnet Türen.
- Partnerschaft braucht Begegnung. Deshalb schaffen wir in unseren Einrichtungen bewusst Anlässe dafür – formell und informell.
Wie es in unserer Rahmenkonzeption heißt:
„Wir nutzen vielfältige Wege und Strategien zur Information und Beteiligung von Familien. Wir schaffen Anlässe zum Austausch und bieten einen professionellen Rahmen für regelmäßige Entwicklungs- und Bedarfsgespräche.“
Unser Anspruch und unser Qualitätsversprechen
Auch in herausfordernden Lebenslagen unterstützen wir Familien im Rahmen unserer Erziehungspartnerschaft und informieren bei Bedarf über Angebote externer Beratungsstellen oder Institutionen.
Aus unserer Sicht ist eine tragfähige Erziehungspartnerschaft kein Zustand, den man ein- und ausschaltet, sondern etwas, was im täglichen Miteinander entsteht und sich immer wieder neugestaltet.
Wir freuen uns über Rückmeldungen
Was sind eure Erfahrungen?
Welche kleinen Momente haben bei euch den größten Unterschied gemacht?
(Text von Anna Rachow, Pädagogische Dienste)

